Ein Händler berichtet von seinem Spediteur über spürbare Verzögerungen bei der Verzollung im Hamburger Hafen, die mit einer stark gestiegenen Zahl von Kleinsendungen aus Drittstaaten und einer daraus resultierenden personellen Umverteilung von Zollpersonal in Verbindung gebracht werden.
Warum solche Engpässe kein völlig neues Phänomen sind
Verzögerungen bei der Verzollung an großen Hafenstandorten treten immer wieder auf, unabhängig von einzelnen aktuellen Auslösern. Ein spürbarer Anstieg des Sendungsvolumens aus bestimmten Herkunftsregionen kann solche Engpässe verstärken, ist aber nur einer von mehreren möglichen Faktoren, die auch unabhängig davon zu Verzögerungen führen können, etwa saisonale Spitzen oder personelle Unterbesetzung an einzelnen Standorten.
Warum sich einzelne, sehr lange Wartezeiten kaum verallgemeinern lassen
Berichte über besonders lange Wartezeiten von mehreren Wochen bei bestimmten Sendungsarten zeigen, dass die Verzollungsdauer stark im Einzelfall schwankt und sich nicht pauschal auf alle Importvorgänge übertragen lässt. Ausschlaggebend sind oft spezifische Faktoren wie die Art der Ware, die Vollständigkeit der Zolldokumente und die konkrete Route, nicht allein die allgemeine Auslastung eines Zollamts.
Solche Verzögerungen am Hamburger Hafen gab es immer wieder, das ist kein völlig neues Phänomen. Eine gebührenpflichtige Verzollung ab dem ersten Vorgang, unabhängig von der Sendungsart, könnte den entstehenden Mehraufwand künftig kostendeckender abbilden.
Kommentar zur Einordnung der aktuellen Verzollungsverzögerungen
Wie sich Importeure gegen solche Verzögerungen absichern können
Angesichts der grundsätzlich schwankenden Verzollungsdauer lohnt sich für Importeure eine realistische zeitliche Pufferplanung, gerade bei zeitkritischer Ware. Ebenso hilfreich ist eine vollständige und im Voraus geprüfte Zolldokumentation, da unvollständige Unterlagen bei einer ohnehin angespannten Kapazitätslage besonders lange Verzögerungen nach sich ziehen können. Wo möglich, kann die Prüfung alternativer Einfuhrhäfen mit geringerer aktueller Auslastung zusätzliche Flexibilität schaffen.
Was praktisch weiterhilft
- Realistischen zeitlichen Puffer für die Verzollung einplanen. Die tatsächliche Dauer schwankt stark und lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen.
- Zolldokumentation vor Ankunft der Ware vollständig prüfen. Unvollständige Unterlagen verschärfen Verzögerungen in Zeiten hoher Auslastung zusätzlich.
- Alternative Einfuhrhäfen bei wiederkehrenden Engpässen in Betracht ziehen. Das schafft zusätzliche Flexibilität bei zeitkritischen Sendungen.
- Regelmäßigen Austausch mit der eigenen Spedition zu aktuellen Engpässen pflegen. Frühzeitige Informationen ermöglichen eine bessere eigene Planung.