Retourenabwicklung auslagern: Warum viele Fulfillment-Dienstleister genau daran scheitern

Ein Händler mit über 15 Jahren Fulfillment-Erfahrung beschreibt eine Beobachtung, die viele teilen: Während der klassische Versandprozess bei externen Dienstleistern in aller Regel gut funktioniert, scheitern dieselben Anbieter häufig an der Retourenabwicklung, insbesondere bei erklärungsbedürftigen oder technisch komplexeren Produkten.

Der Grund liegt in der Natur der Aufgabe: Während Kommissionierung und Versand hochgradig standardisierbar sind, erfordert eine sachgerechte Retourenprüfung produktspezifisches Fachwissen. Ob ein zurückgesendetes Sanitär- oder Heimwerkerprodukt vollständig, unbeschädigt und wiederverkaufsfähig ist, lässt sich nicht nach einem einfachen Standardschema beurteilen.

Entsprechend behalten viele Händler die Retourenabwicklung im eigenen Haus, obwohl dafür häufig weder ausreichend Fläche noch Personal vorhanden ist, was zu einem strukturellen Engpass im Wachstum führt.

Bei der Suche nach einem geeigneten Dienstleister sollte die Retourenkompetenz deshalb von Anfang an im Mittelpunkt stehen, nicht als Nebenleistung behandelt werden. Zu klären ist konkret, wie die Prüfung erfolgt, wer sie durchführt, wie mit eingeschränkt wiederverkaufsfähiger Ware umgegangen wird und ob eine strukturierte B-Ware-Vermarktung angeboten wird.

Eine praktikable Alternative zum klassischen Dienstleister kann ein spezialisierter Retourenverwerter sein, der Rücksendungen vollständig ankauft. Das reduziert den eigenen Aufwand auf ein Minimum, bedeutet aber auch, dass ein Teil des möglichen Restwerts abgegeben wird. Welches Modell wirtschaftlicher ist, lässt sich nur anhand der eigenen Retourenquote und der durchschnittlichen Wiederverkaufsfähigkeit seriös beurteilen.