Retouren an der Tankstelle abgeben: Eine ungewöhnliche Idee für die Rücksendelogistik

Eine ungewöhnliche Kooperationsidee sorgt für Aufmerksamkeit: Tankstellen bieten für die Abgabe von Retourenpaketen einen kleinen Rabatt von einigen Cent pro Liter Kraftstoff an. Kunden verbinden damit den ohnehin anstehenden Tankstopp mit der Rückgabe eines Retourenpakets und werden für diesen zusätzlichen Weg finanziell belohnt.

Für Online-Händler ist ein solches Modell vor allem deshalb interessant, weil es die Hürde für die tatsächliche Rücksendung von Ware senken könnte. Retouren, die andernfalls tagelang ungeöffnet zu Hause liegen bleiben, weil der Weg zur nächsten Annahmestelle als lästig empfunden wird, könnten durch einen kleinen finanziellen Anreiz schneller auf den Weg gebracht werden.

Aus Sicht der Versanddienstleister und Tankstellenbetreiber ergibt sich zudem eine sinnvolle Ergänzung bestehender Infrastruktur: Tankstellen sind ohnehin dicht verteilt, verfügen über lange Öffnungszeiten und werden von vielen Menschen ohnehin regelmäßig angefahren, was sie zu einem naheliegenden zusätzlichen Netzwerkpunkt für die Retourenlogistik macht.

Für Händler, die unter einer schleppenden Rücksendequote leiden, etwa weil Kunden Retouren länger als nötig aufschieben und dadurch Erstattungsprozesse verzögert werden, könnte die Unterstützung solcher alternativer Abgabemodelle mittelfristig zu saubereren, schneller abgeschlossenen Retourenprozessen beitragen.

Ob sich ein solches Modell breit durchsetzt, bleibt abzuwarten. Für die eigene Versandstrategie lohnt sich aber grundsätzlich ein offener Blick auf alternative, unkonventionelle Rückgabewege, die die Hürde für Kunden senken, eine Retoure zügig auf den Weg zu bringen, statt sie unnötig lange aufzuschieben.