Mehrere Unternehmer berichten von einer auffälligen Entwicklung bei Google-Bewertungen: Negative Bewertungen werden zunehmend gelöscht, sobald der bewertete Betrieb eine angebliche Diffamierung meldet, selbst wenn die betreffende Bewertung inhaltlich keine erkennbare Diffamierung enthält.
Wer als Verbraucher gegen eine solche Löschung Widerspruch einlegt, erhält häufig nur automatisierte, wenig aussagekräftige Antworten. Für viele Beobachter entsteht dadurch der Eindruck, dass die Prüfung entsprechender Meldungen zunehmend automatisiert oder zumindest deutlich oberflächlicher erfolgt als früher.
Für Online-Händler und lokale Geschäfte hat diese Entwicklung zwei Seiten: Wer selbst Opfer unfairer oder haltloser negativer Bewertungen wird, profitiert von der niedrigeren Löschschwelle. Gleichzeitig verlieren authentische, kritische Bewertungen als verlässliche Informationsquelle für potenzielle Kunden an Aussagekraft, wenn tatsächlich problematische Erfahrungsberichte pauschal entfernt werden.
Für die eigene Reputationsstrategie bedeutet das: Google-Bewertungen allein sollten nicht mehr als vollständig verlässliches Stimmungsbild betrachtet werden, weder in die eine noch in die andere Richtung. Eine Ergänzung durch unabhängige Bewertungsportale oder eigene, verifizierte Kundenstimmen kann helfen, ein realistischeres Gesamtbild zu vermitteln.
Wer selbst von einer unberechtigten Löschung negativer Konkurrenzbewertungen profitieren möchte, sollte den offiziellen Meldeweg über Google kennen und im begründeten Einzelfall auch tatsächlich nutzen, statt problematische Bewertungen unkommentiert stehen zu lassen.