Die Goldhasen-Krise bei Lindt: Eine Lehre in Bedarfsplanung für den Handel

Der Schokoladenhersteller Lindt hat sich bei der Produktion saisonaler Artikel wie Goldhasen offenbar deutlich verkalkuliert, gemeinsam mit zahlreichen anderen Anbietern der Branche. Die Nachfrage blieb spürbar hinter den Erwartungen zurück, mit der Folge, dass entsprechende Ware inzwischen breit zu stark reduzierten Preisen abverkauft wird.

Für den Handel ist dieser Fall ein anschauliches Lehrstück in Bedarfsplanung: Wer saisonale Produktionsmengen zu optimistisch kalkuliert, produziert nicht nur überschüssige Ware, sondern beschädigt durch massive nachträgliche Preissenkungen mitunter auch die eigene Preiswahrnehmung bei preisbewussten Kunden.

Interessant ist zudem die Frage, ob sich im Konsumverhalten insgesamt eine kritischere Haltung gegenüber Premiumprodukten mit hohem saisonalen Aufschlag abzeichnet, oder ob es sich um eine vorübergehende Randerscheinung handelt, die stark von der aktuellen konjunkturellen Kaufzurückhaltung getrieben ist.

Für Online-Händler, die selbst saisonale Artikel führen, lohnt sich ein Blick auf die eigene Bedarfsplanung: Wie realistisch sind die eigenen Absatzprognosen für saisonale Spitzenprodukte, und welche Frühwarnsignale, etwa Vorbestellzahlen oder Suchtrends, könnten frühzeitig auf eine Fehlkalkulation hindeuten.

Eine flexiblere Nachproduktion oder Nachbestellung in kleineren Chargen, statt einer einmaligen großen Vorabproduktion, kann helfen, das Risiko einer solchen Fehlkalkulation deutlich zu reduzieren, auch wenn dies mitunter etwas höhere Stückkosten pro Charge bedeutet.