Die meisten Gründer unterschätzen, wie viel Handwerk hinter einer erfolgreichen Investorensuche steckt. Es reicht nicht, eine gute Idee zu haben – man muss sie so verpacken und so oft sichtbar machen, dass die richtigen Leute darüber stolpern. Genau daran arbeiten wir bei Sendschafter.de mit unseren Kunden. Hier ein Einblick anhand eines konkreten Projekts.
Das Problem
Ein Startup mit einer starken Vision, aber ohne Netzwerk in die Investorenszene. Erschwerend kam hinzu: Auf den ersten Blick war das Produkt alles andere als spektakulär. Im Kern ging es um Samen und einen Keramiktopf – schlicht, unscheinbar, ohne Tech-Glamour. Investoren davon zu überzeugen, dass darin ein echtes Geschäftsmodell steckt, war deshalb eine echte Herausforderung.
Unser Vorgehen
1. Ein Pitchdeck, das man ernst nimmt
Stilvoll, edel, reduziert. Keine Startup-Klischees, keine überladenen Folien. Genau das war hier entscheidend: Wenn das Produkt selbst zunächst unscheinbar wirkt, muss die Präsentation die Substanz und das Potenzial dahinter sichtbar machen.




2. Crowdinvesting-Plattformen gescoutet – aber wieder verworfen
Bevor wir uns festgelegt haben, haben wir mehrere Plattformen geprüft:
- Companisto – klassisches Crowdinvesting mit vielen Kleininvestoren, aber langer Vorlauf und hoher Aufwand für Prospekt und Kampagne.
- Indiegogo – international, aber eher auf Produkt-Vorverkauf statt auf Kapitalbeteiligung ausgelegt.
- Kickstarter – starke Community, doch auch hier: Fokus auf fertige Produkte, nicht auf Investment.
Das Ergebnis dieser Scouting-Phase: Für unseren Fall war Crowdfunding nicht der richtige Hebel. Zu viel Streuverlust, zu wenig direkter Zugang zu Leuten, die wirklich investieren wollen. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden.
3. Stattdessen: Direktansprache über Facebook-Gruppen
Wir haben aktiv in Gruppen nach Angels gesucht, die gezielt nach Deals Ausschau halten:
- Facebook-Gruppe Investoren und Geschäftsideen
- diese Facebook-Investorengruppe
Unspektakulär, aber wirkungsvoll: In diesen Gruppen tummeln sich Leute, die aktiv nach Investmentmöglichkeiten suchen. Die direkte Ansprache hat uns die meiste konkrete Rückmeldung gebracht – und letztlich zum Erfolg geführt.
Das Ergebnis
Unser Kunde war Our Greenery aus Berlin, ein Startup für Urban Farming und Indoor-Gärten. Mit diesem Vorgehen konnten erste Angel-Investoren gewonnen werden – und im Anschluss stieg der Hamburger Business Builder Growth Dock mit einem sechsstelligen Betrag ein.
Und heute? Our Greenery ist ein blühendes Unternehmen. Aus dem ursprünglichen Einsteigermodell „Tischgarten“ ist der „Raumgarten“ geworden – ein smarter Indoor-Garten mit Sensor-Bewässerung, LED-Beleuchtung und über 200 Pflanzensorten in der Datenbank. Das Produkt wurde in Tagesschau und New York Times vorgestellt, es gibt inzwischen eine Pro-Version für die Gastronomie, feste Vertriebskanäle für Zuhause und Business-Kunden, und sogar eine eigene Investor-Relations-Seite. Aus Samen und einem Keramiktopf ist eine etablierte Marke geworden.