KI-generierte Produktbilder müssen künftig gekennzeichnet werden

Echte Produktfotos kennzeichnen: Schafft das mehr Vertrauen im E Commerce?

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI generierten Bildern stellt sich für viele Onlinehändler eine interessante Frage: Sollten echte Produktfotos künftig freiwillig als solche gekennzeichnet werden?

Denkbare Hinweise wären beispielsweise „Echtes Produktfoto“, „Originalfoto“ oder „Keine KI, echtes Produktfoto“. Ziel wäre es, Vertrauen aufzubauen und Kunden zu zeigen, dass sie das tatsächliche Produkt sehen.

Vertrauen als Wettbewerbsvorteil?

Ein Teil der Händler sieht darin eine Chance. Echte Produktfotos vermitteln Authentizität und können gerade bei erklärungsbedürftigen oder hochpreisigen Produkten Vertrauen schaffen. Kunden möchten schließlich wissen, wie ein Produkt tatsächlich aussieht und nicht nur eine perfekte KI Darstellung sehen.

Einige Händler kombinieren bereits KI generierte Produktbilder mit echten Produktvideos. So erhalten Kunden sowohl eine ansprechende Präsentation als auch einen realistischen Eindruck des Produkts.

Ist eine Kennzeichnung überhaupt notwendig?

Andere Händler sehen darin keinen Mehrwert. Ihrer Erfahrung nach achten viele Kunden gar nicht darauf, ob ein Bild mit einer Kamera aufgenommen oder mit KI erstellt wurde. Entscheidend sei vielmehr, dass das gelieferte Produkt den Erwartungen entspricht.

Gerade bei einfachen Konsumgütern scheint die Bildquelle für viele Käufer eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Produktbilder waren schon immer bearbeitet

In der Diskussion wurde außerdem darauf hingewiesen, dass Werbefotografie seit Jahrzehnten mit Bildbearbeitung arbeitet. Produkte werden freigestellt, Hintergründe ausgetauscht, Farben optimiert oder computergenerierte Elemente ergänzt.

Auch in der Lebensmittelwerbung kommen seit vielen Jahren Tricks zum Einsatz, um Produkte attraktiver wirken zu lassen. KI verändert daher zwar die Werkzeuge, nicht aber das grundsätzliche Prinzip der Bildgestaltung.

Vorsicht bei Werbung mit Selbstverständlichkeiten

Ein weiterer Punkt betrifft das Wettbewerbsrecht. Einige Händler geben zu bedenken, dass eine Hervorhebung echter Produktfotos unter Umständen als Werbung mit Selbstverständlichkeiten ausgelegt werden könnte. Ob dies tatsächlich der Fall ist, hängt von der konkreten Formulierung und der jeweiligen Rechtslage ab und sollte im Zweifel juristisch geprüft werden.

Authentizität gewinnt an Bedeutung

Viele Teilnehmer waren sich jedoch einig, dass Authentizität künftig eine größere Rolle spielen wird. Ähnlich wie bei User Generated Content könnten echte Produktfotos und Videos langfristig mehr Vertrauen genießen als perfekt inszenierte KI Inhalte.

Besonders bei Produkten, bei denen Material, Verarbeitung oder Details kaufentscheidend sind, können reale Aufnahmen helfen, Reklamationen und Retouren zu vermeiden.

KI sinnvoll einsetzen

KI muss dabei nicht zwangsläufig das eigentliche Produkt verändern. Viele Händler nutzen künstliche Intelligenz bereits heute lediglich zur Gestaltung von Hintergründen oder zur Darstellung verschiedener Anwendungsszenarien. Dadurch lassen sich Produkte ansprechend präsentieren, ohne ihre Eigenschaften zu verfälschen.

Wichtig bleibt jedoch, dass das Produkt am Ende den Erwartungen des Kunden entspricht.

Fazit

Ob ein Hinweis wie „Echtes Produktfoto“ künftig zum Standard wird, bleibt abzuwarten. Die Meinungen gehen auseinander. Während einige Händler darin einen klaren Vertrauensvorteil sehen, halten andere eine solche Kennzeichnung für überflüssig.

Fest steht jedoch: Authentische Produktdarstellungen werden im Onlinehandel immer wichtiger. Wer realistische Bilder und Videos verwendet und die Erwartungen der Kunden erfüllt, schafft langfristig Vertrauen und reduziert gleichzeitig das Risiko von Reklamationen und Retouren.