Amazon senkt Gebühren im Wettbewerb mit Temu und Shein: Was das für Händler bedeutet

Amazon reagiert einem Bericht zufolge mit spürbaren Gebührensenkungen auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch Temu, Shein und vergleichbare Anbieter aus Fernost. Für Händler auf dem Amazon Marketplace bedeutet das kurzfristig eine gewisse Entlastung, insbesondere bei den sogenannten Referral Fees.

Der Hintergrund liegt auf der Hand: Plattformen wie Temu und Shein haben in den vergangenen Jahren mit aggressiven Preisen und niedrigen Einstiegshürden für chinesische Hersteller erheblichen Marktanteil gewonnen. Amazon dürfte mit den Gebührensenkungen vor allem versuchen, das eigene Preisniveau für Händler und damit indirekt für Endkunden wettbewerbsfähiger zu halten.

Für etablierte Marketplace-Händler stellt sich damit die Frage, wie nachhaltig eine solche Gebührensenkung tatsächlich ist, oder ob sie eher eine kurzfristige Reaktion auf den aktuellen Wettbewerbsdruck darstellt. Wer seine eigene Kalkulation auf Basis der neuen, niedrigeren Gebühren aufbaut, sollte im Blick behalten, dass sich solche Konditionen in der Vergangenheit auch wieder ändern konnten.

Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, wie stark der Wettbewerbsdruck durch neue, primär auf Fernost-Direktimporte ausgerichtete Plattformen inzwischen auch etablierte Marktplätze wie Amazon unter Zugzwang setzt. Für kleinere Händler bedeutet das mittelbar auch mehr Preisdruck im eigenen Sortiment, unabhängig davon, ob sie selbst auf mehreren Plattformen aktiv sind.

Wer auf Amazon verkauft, sollte die eigene Gebührenkalkulation nach einer solchen Ankündigung zeitnah aktualisieren und prüfen, ob sich daraus tatsächlich mehr Preisspielraum gegenüber Wettbewerbern aus Fernost ergibt, oder ob die eingesparte Marge sinnvollerweise eher für Qualität, Service oder Kundenbindung investiert werden sollte, statt sie vollständig an die Kunden weiterzugeben.