Eine Berufsschullehrkraft weist auf ein strukturelles Problem hin: Der Ausbildungsberuf Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für E-Commerce wird in vielen Regionen noch immer erstaunlich selten angeboten, obwohl gerade im Onlinehandel erheblicher Fachkräftebedarf besteht.
Als mögliche Gründe werden mangelnde Bekanntheit des Ausbildungsberufs bei kleineren Betrieben, Unsicherheit bei der praktischen Ausbildungsbetreuung sowie ein wahrgenommener zusätzlicher organisatorischer Aufwand neben dem operativen Tagesgeschäft genannt.
Für Online-Händler, die selbst mittelfristig Fachkräftebedarf im Bereich Shop-Betreuung, Marktplatzmanagement, Content oder Kundenservice haben, kann die Ausbildung eigener Azubis eine strategisch sinnvolle, wenn auch zunächst aufwendigere Alternative zur externen Personalsuche sein.
Wer über die Ausbildung eines E-Commerce-Azubis nachdenkt, sollte gezielt den Kontakt zur örtlichen Berufsschule suchen, da viele Lehrkräfte offen für einen praxisnahen Austausch, gemeinsame Projekte und eine unterstützende Begleitung während der Ausbildungszeit sind, was den Einstieg für Betriebe ohne vorherige Ausbildungserfahrung deutlich erleichtern kann.