DHL Versandmonitor 2025: Warum die Zustellquote sinkt und die Preise trotzdem steigen

Der aktuelle DHL Versandmonitor zeigt ein deutliches Bild: Die Zustellquote für die Auslieferung am nächsten Tag liegt inzwischen kumuliert über das Jahr nur noch bei rund 80 Prozent, bei der Zwei-Tage-Zustellung bei etwas über 97 Prozent. Vor acht Jahren lag der Wert für die Ein-Tages-Zustellung noch deutlich höher.

Innerhalb dieses Zeitraums hat sich die Zustell-Leistung damit spürbar verschlechtert, trotz Investitionen in Infrastruktur, mehr Versandzentren, mehr Fahrzeuge und mehr Personal. Gleichzeitig sind die Preise für ein einfaches ein Kilogramm schweres nationales Paket im selben Zeitraum um über 50 Prozent gestiegen, wenn man alle Zuschläge wie Maut, CO2-Zuschlag, Energiezuschlag und die verschiedenen Peak-Zuschläge zusammenrechnet.

Für Online-Händler mit vergleichbaren Versandmengen wie in den Vorjahren bedeutet das eine klare Kostenschere: höhere Ausgaben für den Versand bei gleichzeitig sinkender Zuverlässigkeit. Gerade in verkaufsstarken Monaten wirkt sich eine niedrigere Ein-Tages-Zustellquote unmittelbar auf die Kundenzufriedenheit und in der Folge auf Bewertungen und Rücksendequoten aus.

Wer stark auf einen einzigen Versanddienstleister setzt, hat in solchen Phasen kaum Verhandlungsspielraum. Es lohnt sich, die eigene Versandstatistik regelmäßig auszuwerten und die tatsächliche Zustellqualität transparent zu dokumentieren, um bei Vertragsverhandlungen mit belastbaren Zahlen statt mit einem allgemeinen Gefühl zu argumentieren.

Langfristig kann sich außerdem eine Diversifizierung der Versanddienstleister auszahlen. Auch wenn der Aufwand für eine zweite technische Anbindung zunächst höher erscheint, verschafft er im Streitfall und bei künftigen Preiserhöhungen eine deutlich stärkere Verhandlungsposition.