GPSR-Kennzeichnung bei individualisierten Kleinserien: Praktische Lösungsansätze

Ein Händler beschreibt eine Herausforderung, die viele Anbieter individuell gefertigter Produkte betrifft: Rund tausend Produkte in unterschiedlichen Größen, gefertigt in Kleinserien zwischen einem und dreihundert Stück, sollen künftig mit Adresse, Artikelnummer und Chargennummer sowie Sicherheitshinweisen versehen werden. Bei Materialien wie Metall, Holz und Glas stellt sich sofort die Frage nach einer praktikablen technischen Umsetzung.

Warum Kleinserien besonders betroffen sind

Die GPSR verlangt grundsätzlich, dass Hersteller- und Sicherheitsangaben auf dem Produkt selbst oder, wenn das aus praktischen Gründen nicht möglich ist, auf der Verpackung oder einem Begleitdokument angebracht werden. Bei industriell in Großserie gefertigten Produkten lässt sich das im Fertigungsprozess einmalig standardisieren. Bei individuellen Kleinserien mit wechselnden Größen und Materialien fehlt dagegen ein einheitlicher, automatisierbarer Kennzeichnungsprozess, was den Aufwand pro Stück deutlich erhöht.

Warum die Verpackungslösung oft der pragmatischste Weg ist

Statt jedes einzelne Werkstück aufwendig zu lasern oder mit einer hitzebeständigen Plakette zu versehen, bietet sich für viele Kleinserienprodukte die Kennzeichnung auf einem Anhänger, einer Beilage oder der Verpackung an. Das reduziert den Fertigungsaufwand erheblich und lässt sich, anders als eine dauerhafte Produktgravur, auch nachträglich anpassen, falls sich Vorgaben ändern.

Sollte es nicht ausreichen, die entsprechenden Hinweise auf der Verpackung anzugeben, zusammen mit einer Bedienungsanleitung, in der die Sicherheitshinweise ebenfalls enthalten sind?
Kommentar eines Händlers zur praktikablen Umsetzung der Kennzeichnungspflicht

Wann eine Produktkennzeichnung dennoch nötig bleibt

Bei Produkten, die typischerweise ohne ihre Originalverpackung weiterverwendet oder weitergegeben werden, etwa langlebige Metall- oder Glasgegenstände, kann eine dauerhafte Kennzeichnung direkt am Produkt sinnvoller sein, unabhängig von der reinen rechtlichen Mindestanforderung. Hier lohnt sich der Blick auf ausgelagerte Lasergravur-Dienstleister, die kleine Stückzahlen zu vertretbaren Kosten anbieten, auch wenn das die Durchlaufzeit der Fertigung verlängert.

Was praktisch weiterhilft

  • Verpackungskennzeichnung als ersten Lösungsweg prüfen. Sie ist bei Kleinserien meist deutlich praktikabler als eine Produktgravur.
  • Chargennummer systematisch dokumentieren. Ein einfaches internes Nummernsystem reicht aus, solange es nachvollziehbar und konsistent geführt wird.
  • Auslagerung der Gravur bei langlebigen Produkten prüfen. Für Produkte ohne dauerhafte Verpackung kann sich eine externe Lasergravur lohnen.
  • Materialverträglichkeit der Kennzeichnungsmethode testen. Nicht jede Methode ist für jedes Material gleichermaßen dauerhaft und lesbar.

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