Der Marktplatz Kaufland hat eine neue Richtlinie eingeführt, nach der Angebote von Händlern aus Drittländern wie China mit einem Warenwert unter 150 Euro gelöscht werden. Für viele europäische Händler auf der Plattform ist das eine spürbare Entlastung im täglichen Preiswettbewerb.
Interessant ist die Frage, ob vergleichbare Marktplätze wie Amazon oder eBay diesem Beispiel folgen werden. Bislang haben viele Direktversender aus Fernost bereits auf eigene Lagerbestände innerhalb der EU umgestellt, teils aber auch nur formal, während die tatsächliche Ware weiterhin direkt aus dem Ausland verschickt wird.
Für europäische Marktplatzhändler zeigt der Schritt von Kaufland exemplarisch, wie einzelne Plattformbetreiber zunehmend eigene, über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehende Regeln einführen, um die eigene Angebotsqualität und Fairness im Preiswettbewerb zu erhöhen.
Wer selbst auf mehreren Marktplätzen aktiv ist, sollte die jeweiligen Richtlinien zu Drittlandsanbietern im Blick behalten, da sich solche Regeln in kurzer Zeit ändern und teils erheblichen Einfluss auf die eigene Wettbewerbssituation innerhalb einer Kategorie haben können.
Kombiniert mit der zeitgleich laufenden EU-Zollreform für Kleinsendungen aus Drittländern deutet sich insgesamt ein Trend an: Sowohl auf gesetzlicher als auch auf plattformspezifischer Ebene wird der bisherige Kostenvorteil von Direktimporten aus Fernost zunehmend eingeschränkt, was europäischen Händlern mittelfristig zugutekommen dürfte.