Ein Online-Händler berichtet von einem Steuerberater, der für die laufende Buchhaltung über zwei Euro pro einzelner Buchung verlangt und zusätzlich verlangt, dass jede Rechnung ausschließlich im PDF-Format eingereicht wird. Gerade bei einem hohen Bestellvolumen im E-Commerce kann eine solche Abrechnungsform schnell zu erheblichen monatlichen Kosten führen.
Für Onlinehändler mit vielen kleinteiligen Transaktionen, etwa durch Marktplatzverkäufe mit zahlreichen Einzelbuchungen für Gebühren, Erstattungen und Retouren, ist eine Abrechnung pro Buchung tendenziell ungünstiger als ein Pauschalmodell, da die Anzahl der Buchungssätze im E-Commerce naturgemäß deutlich höher liegt als in klassischen Branchen.
Vor der Beauftragung oder Vertragsverlängerung einer Steuerberatung lohnt sich deshalb ein genauer Vergleich der Abrechnungsmodelle. Manche Kanzleien bieten spezialisierte E-Commerce-Pakete mit Pauschalpreisen an, die sich an der Anzahl der Marktplätze oder dem Umsatz orientieren, statt an der reinen Buchungsanzahl.
Ebenso wichtig ist die technische Vorbereitung: Wer seine Belege bereits in einem strukturierten, für die Software des Steuerberaters kompatiblen Format bereitstellt, etwa durch automatisierte Exporte aus dem Warenwirtschaftssystem, kann oft auch bei einem Buchungspreis-Modell den tatsächlichen Aufwand und damit die Kosten senken.
Ein offener Austausch mit der eigenen Steuerberatung über die tatsächliche Struktur der Buchungen im E-Commerce, etwa über typische Sammelbuchungen für Marktplatzabrechnungen, kann helfen, unnötig hohe Kosten durch eine für den Onlinehandel ungeeignete Abrechnungslogik zu vermeiden.