Verprobung der eigenen Umsätze: Warum Online-Händler ihre Zahlen genau kennen sollten

Steuerliche Betriebsprüfungen im E-Commerce nehmen spürbar zu, und dabei zeigt sich in der Praxis immer wieder ein grundlegendes Problem: Viele Händler kennen ihre eigenen tatsächlichen Umsätze über alle Vertriebskanäle hinweg nicht mit ausreichender Genauigkeit, um sie im Prüfungsfall zweifelsfrei zu belegen.

Eine sogenannte Verprobung, also der systematische Abgleich der gemeldeten Umsätze mit unabhängigen Datenquellen wie Zahlungsdienstleistern, Marktplatz-Reports und Wareneinsatz, gehört inzwischen zu den Standardanforderungen, die Steuerkanzleien ihren Mandanten zur eigenen Absicherung empfehlen, insbesondere um den Vorwurf eines vorsätzlichen Fehlers von vornherein auszuräumen.

Für Online-Händler mit mehreren Vertriebskanälen, etwa eigenem Shop, mehreren Marktplätzen und stationärem Handel, wird eine solche Verprobung ohne geeignete Software schnell zu einer sehr aufwendigen manuellen Aufgabe, da Daten aus verschiedenen Systemen in unterschiedlichen Formaten zusammengeführt werden müssen.

Es lohnt sich deshalb, frühzeitig ein Tool oder eine feste Routine zu etablieren, mit der Umsätze aus allen Kanälen regelmäßig, etwa monatlich, automatisiert zusammengeführt und mit den tatsächlich gemeldeten Werten abgeglichen werden, statt eine solche Verprobung erst kurz vor oder während einer Betriebsprüfung nachträglich zu erstellen.

Wer diese Abgleiche kontinuierlich pflegt, profitiert nicht nur bei einer möglichen Betriebsprüfung, sondern gewinnt auch im Tagesgeschäft eine deutlich klarere, verlässlichere Sicht auf die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens über alle Kanäle hinweg.