Versandkostenkalkulation im Detail: Wenn ein Cent-Betrag über die Gewinnspanne entscheidet

Ein Händler rechnet am Beispiel eines Artikels mit 350 Gramm Gewicht und einem Verkaufspreis von 5,99 Euro inklusive Versand vor, wie eng die tatsächliche Gewinnspanne bei kleinteiligen, günstigen Produkten kalkuliert sein kann, wenn Herstellungskosten, Versandkosten und Plattformgebühren zusammengerechnet werden.

Selbst bei angenommenen Herstellungskosten von nur einem Euro ergibt sich in diesem Beispiel laut Amazon Revenue Calculator eine negative Gewinnspanne, während ein Konkurrenzprodukt desselben Anbieters zu einem noch niedrigeren Preis angeboten wird, allerdings mit Versand und Verkauf durch Amazon selbst.

Für Händler mit einem Sortiment aus vielen kleinteiligen, gewichtsabhängig kalkulierten Artikeln lohnt sich eine regelmäßige, detaillierte Neuberechnung der tatsächlichen Marge unter Einbeziehung aller Kostenfaktoren, insbesondere wenn sich Versandkosten oder Plattformgebühren verändert haben, da scheinbar kleine Verschiebungen bei Gewicht oder Preis schnell über Gewinn oder Verlust entscheiden können.

Wer feststellt, dass ein Artikel unter realistischer Vollkostenrechnung nicht mehr profitabel ist, sollte den Verkaufspreis anpassen, das Produkt aus dem Sortiment nehmen oder gezielt nach Einsparpotenzialen bei Verpackung und Versand suchen, statt aus reiner Gewohnheit an einem inzwischen unrentablen Preis festzuhalten.