LinkedIn Profil optimieren: Acht Schritte vom Foto bis zur Empfehlung

Es gibt eine Zahl, die erklärt, warum sich die Arbeit an einem LinkedIn-Profil lohnt: Einer Untersuchung der Miller Heiman Group aus dem Jahr 2019 zufolge prüfen 62 Prozent der Entscheider im B2B-Bereich die Glaubwürdigkeit eines Anbieters, indem sie dessen LinkedIn-Profil aufrufen.

Das Profil ist damit kein digitaler Lebenslauf, sondern eine Visitenkarte, die vor dem ersten Gespräch gelesen wird. Acht Schritte machen den Unterschied.

1. Ein gutes Porträtfoto

Profile mit Foto werden nach Angaben der Plattform deutlich häufiger aufgerufen als Profile ohne. Das Bild ist der erste Eindruck, oft der einzige, den jemand mitnimmt.

Was zählt: erkennbares Gesicht, freundlicher Ausdruck, ruhiger Hintergrund, Kleidung passend zur Branche. Ein professionelles Shooting ist keine Pflicht, aber ein Urlaubsfoto mit abgeschnittener Schulter des Nebenmanns schadet mehr, als es nützt.

2. Hintergrundbild statt Standardgrau

Der Bereich über dem Profilfoto steht standardmäßig leer und sieht bei allen gleich aus. Ein eigenes Hintergrundbild gibt der Seite Persönlichkeit oder Markencharakter.

Empfohlen wird eine Auflösung von 1400 mal 425 Pixeln, als PNG, JPG oder GIF. Wichtig ist, dass das Profilfoto keine zentralen Bildelemente verdeckt. Wer eine eigene Marke hat, kann hier Farbwelt oder Claim unterbringen. Wer keine hat, nimmt ein Motiv mit Bezug zum Arbeitsfeld.

3. Eine Headline, die mehr sagt als die Jobbezeichnung

Die Headline steht direkt unter dem Namen und wird automatisch mit der aktuellen Position gefüllt. Für den Anfang ist das in Ordnung, mehr aber auch nicht. Rund 120 Zeichen stehen zur Verfügung.

Der bessere Ansatz besteht darin, die Headline als kleine Werbefläche zu verstehen. Nicht die Position, sondern das Spezialgebiet, die Interessen und die Frage, welches Problem gelöst wird. Beispiele aus der Praxis:

  • Enterprise Software Executive, hilft B2B-Unternehmen zu besserer Performance und Profitabilität
  • Vertriebsteams stärken durch Prozesse, Technologie und Training
  • Hilft kleinen Unternehmen und Startups, mit CRM besser zu wachsen

Alle drei folgen demselben Muster: Wer bin ich, wem helfe ich, wobei.

4. Eine Zusammenfassung, die gelesen wird

Der Info-Bereich ist die lange Fassung der Headline. Drei inhaltliche Bausteine haben sich bewährt.

Leidenschaft beschreiben. Womit arbeitest du wirklich gern? Das wirkt glaubwürdiger als jede Aufzählung von Qualifikationen.

Die aktuelle Rolle erklären. Nicht die Positionsbezeichnung, sondern die Tätigkeit in einfachen Worten.

Die Vergangenheit einordnen. Du entscheidest, welche Stationen betont und welche knapp gehalten werden.

Für die Form gelten vier Regeln. Der erste Satz entscheidet, denn wer die Aufmerksamkeit nicht sofort bekommt, bekommt sie gar nicht. Geschichten bleiben hängen, ein konkreter Einstieg wirkt stärker als eine allgemeine Feststellung. Keywords gehören in den Text, also Begriffe, unter denen du gefunden werden willst. Und Weißraum schafft Lesbarkeit, denn der Text wird überflogen, nicht gelesen.

5. Berufserfahrung, die Vertrauen aufbaut

Der Lebenslauf lässt sich nicht einfach hineinkopieren. Es gibt zwar keine Zwei-Seiten-Regel wie beim Bewerbungsdokument, dafür aber die kurze Aufmerksamkeitsspanne von Menschen, die im Netz lesen.

Sinnvoll ist eine Auswahl: nur die Stationen, die für das relevant sind, was Kunden und Interessenten über dich wissen sollen. Pro Station zwei bis vier aussagekräftige Punkte.

Entscheidend ist die Formulierung. Aktive Verben, die nicht nur beschreiben, was die Aufgabe war, sondern was dabei herausgekommen ist. Statt verantwortlich für Kampagnenmanagement also Neukundenkosten in zwölf Monaten um ein Drittel gesenkt.

6. Medien einbinden

Die Plattform erlaubt es, andere Inhalte direkt ins Profil einzubetten: Videos, die Unternehmensseite, eigene Blogbeiträge, Infografiken, Präsentationen.

Das ist der am häufigsten ungenutzte Bereich. Ein eingebundenes Video oder eine gute Grafik hebt ein Profil sofort von allen anderen ab, weil die große Mehrheit hier nichts hinterlegt.

7. Die URL anpassen

Die Standard-Adresse eines Profils enthält den Namen plus eine zufällige Ziffernfolge. Über die Bearbeitungsfunktion am rechten Rand des Profils lässt sich daraus eine kurze, saubere Adresse machen.

Der Aufwand liegt bei zwei Minuten. Der Nutzen: eine Adresse, die man mündlich weitergeben und auf eine Visitenkarte drucken kann.

8. Empfehlungen einholen

Der Punkt mit dem größten Effekt und dem größten Widerwillen. Beim Bearbeiten des Profils gibt es die Funktion, um eine Empfehlung zu bitten. Du wählst aus, wofür du empfohlen werden möchtest, und wählst Personen aus deinen Kontakten aus.

Warum es funktioniert: Alles, was im Profil steht, hast du selbst geschrieben. Eine Empfehlung stammt von jemand anderem. Interessenten und Kunden wollen wissen, dass andere deine Arbeit für gut befunden haben.

Sinnvoll ist, selbst Empfehlungen zu schreiben, ohne im Gegenzug eine zu erwarten. Der Rücklauf kommt meistens von allein.

Die richtige Reihenfolge

Wenn die Zeit knapp ist, lohnt sich diese Reihenfolge: Foto, Headline, Info-Text. Diese drei Elemente sind sichtbar, ohne dass jemand scrollen muss, und entscheiden darüber, ob überhaupt weitergelesen wird. Erfahrung, Medien, URL und Empfehlungen folgen danach.

Der gesamte Durchlauf dauert etwa zwei Stunden. Gemessen daran, dass ein großer Teil der B2B-Entscheider genau diese Seite aufruft, bevor sie mit dir sprechen, ist das eine überschaubare Investition.