Viele Unternehmen targetieren ihre Werbeanzeigen noch immer sehr grob nach Alter, Geschlecht und allgemeinen Interessen. Ein Ansatz, der in den USA seit einiger Zeit deutlich erfolgreicher eingesetzt wird, aber hierzulande noch selten genutzt wird, arbeitet stattdessen mit hyper-spezifischen Kundenavataren.
Statt einer abstrakten Zielgruppenbeschreibung wie Frau, 30 bis 40 Jahre, interessiert an Fitness, entsteht ein vollständiges, konkretes Profil einer fiktiven, aber typischen Käuferin, inklusive Lebensumständen, Tagesablauf, bevorzugten Kanälen und typischem Kaufverhalten. Für unterschiedliche Kernzielgruppen lassen sich so mehrere solcher Avatare parallel entwickeln.
Der entscheidende Schritt folgt danach: Für jeden Avatar wird ein eigenes, speziell zugeschnittenes Werbe-Creative entwickelt, das exakt auf dessen Lebenssituation, Sprache und Kaufmotivation eingeht, statt eine einzige generische Anzeige an eine breite demografische Gruppe auszuspielen.
In der Praxis führt dieser Ansatz häufig zu spürbar höheren Klickraten und niedrigeren Kosten pro tausend Werbeeinblendungen, weil sich die angesprochenen Personen deutlich direkter angesprochen fühlen. Der Effekt entsteht dadurch, dass die Werbebotschaft nicht mehr wie ein allgemeiner Aufruf wirkt, sondern wie eine für genau diese eine Person gemachte Ansprache.
Wer bislang nur mit breiten demografischen Zielgruppen arbeitet, kann mit überschaubarem Aufwand ein erstes Set an Kundenavataren erstellen, etwa auf Basis vorhandener Kundendaten, Bewertungen und Support-Anfragen. Der Aufwand für ein solides erstes Framework liegt oft bei nur wenigen Stunden, der potenzielle Effekt auf die Anzeigenperformance kann dagegen erheblich sein.