Verschärfte Kinderspielzeug-Richtlinie bei Amazon: Wenn kleine Verkaufszahlen die Zertifizierung nicht mehr rechtfertigen

Amazon hat die Anforderungen an die Zertifizierung von Kinderspielzeug verschärft und verlangt inzwischen eine jährliche Zertifikatstestierung durch vorgegebene Testinstitute. Für Artikel mit geringem Verkaufsvolumen rechnet sich dieser wiederkehrende Aufwand für viele Händler schlicht nicht mehr.

Erschwerend kommt hinzu, dass Amazon selbst entscheidet, welche Produkte als Kinderspielzeug eingestuft werden, was in der Praxis auch fachfremde Artikel wie Papierservietten oder Küchenartikel mit entsprechendem Motiv betreffen kann. Ein Widerspruch gegen eine solche Einstufung gestaltet sich erfahrungsgemäß mühsam.

Für Sortimente mit einem größeren Anteil an Spielzeugartikeln kann das bedeuten, dass ein erheblicher Teil des Katalogs innerhalb kurzer Zeit von der Plattform verschwindet, mit entsprechenden Folgen für Umsatz und Personalplanung.

Betroffene Händler sollten frühzeitig durchrechnen, für welche Artikel sich die jährlichen Zertifizierungskosten angesichts des tatsächlichen Verkaufsvolumens noch lohnen, und das eigene Sortiment gegebenenfalls gezielt auf weniger regulierungsintensive Kategorien oder zusätzliche Vertriebskanäle außerhalb von Amazon ausrichten, um die Abhängigkeit von einer einzelnen, sich verschärfenden Plattformregel zu verringern.