Warum ein Amazon-Champion auf anderen Marktplätzen oft schwächelt

Ein Händler, der auf Amazon einen sehr hohen Umsatzanteil erzielt, während eBay, Otto und Kaufland zusammen nur rund ein Prozent des Amazon-Umsatzes ausmachen, zieht die naheliegende Schlussfolgerung, dass die Ursache weniger bei den anderen Marktplätzen selbst als bei der eigenen einseitigen Ausrichtung liegen dürfte.

Diese Selbsteinschätzung ist bemerkenswert differenziert, da viele Händler in einer vergleichbaren Situation zunächst die jeweilige Plattform für schwache Umsätze verantwortlich machen, statt die eigene, historisch auf einen einzelnen Kanal fokussierte Strategie kritisch zu hinterfragen.

Der Wechsel von einer nahezu ausschließlichen Amazon-Fokussierung zu einer echten Multichannel-Strategie erfordert in der Praxis mehr als nur die technische Anbindung weiterer Marktplätze über die eigene Warenwirtschaft. Jede Plattform hat eigene Erfolgsfaktoren bei Produktdarstellung, Kategorisierung und Kundenansprache, die sich nicht einfach von Amazon übertragen lassen.

Für Händler in einer ähnlichen Situation lohnt sich der gezielte Aufbau plattformspezifischen Know-hows, etwa durch einen strukturierten Workshop oder eine gezielte Beratung, die konkret auf die Besonderheiten der jeweils schwächelnden Marktplätze eingeht, statt zu erwarten, dass sich der Amazon-Erfolg automatisch auf andere Kanäle übertragen lässt.