Ein Händler beendet sein B2C-Geschäft nicht aus wirtschaftlicher Not, sondern weil sich neue regulatorische Anforderungen für ihn nicht mehr lohnen, und steht vor der Frage, wie sich der verbliebene Lagerbestand im Wert von rund hundertzwanzigtausend Euro Einkaufspreis am besten verwerten lässt, überwiegend Plüschtiere und diverses Spielzeug.
Warum klassische Restpostenhändler nicht immer die beste Wahl sind
Generische Restpostenhändler kalkulieren ihre Ankaufspreise häufig sehr konservativ, da sie das Weiterverkaufsrisiko und den eigenen Vermarktungsaufwand für ein branchenfremdes Sortiment mit einpreisen müssen. Für markenspezifische oder kategorienahe Handelsware kann das zu einem im Vergleich zum tatsächlichen Marktwert deutlich zu niedrigen Ankaufspreis führen.
Warum sich der direkte Kontakt zu Mitbewerbern lohnen kann
Gerade bei einer endgültigen Geschäftsaufgabe entfällt die übliche Zurückhaltung gegenüber direkten Wettbewerbern, da keine fortlaufende Konkurrenzsituation mehr besteht. Ein Mitbewerber, der dieselbe Produktkategorie führt, kann den Bestand in der Regel zu einem für beide Seiten attraktiveren Preis übernehmen als ein branchenfremder Aufkäufer, da er die Ware unmittelbar in sein bestehendes Sortiment integrieren kann, ohne selbst neue Vermarktungswege aufbauen zu müssen.
Ein direkter Kontakt zu einem Mitbewerber, ob dieser den Lagerbestand mit entsprechendem Preisnachlass übernehmen möchte, kann bei Handelsware besser funktionieren als der Verkauf an einen generischen Restpostenhändler.
Kommentar zur wirtschaftlich sinnvolleren Verwertungsstrategie bei Geschäftsaufgabe
Wie sich mehrere Verwertungswege parallel prüfen lassen
In der Praxis empfiehlt sich ein paralleler Ansatz: Anfrage bei direkten Wettbewerbern für eine Komplettübernahme des Bestands, ergänzend ein Vergleichsangebot eines spezialisierten Restpostenhändlers als Referenzwert, und für einen kleineren, besonders gängigen Teil des Sortiments eventuell ein zeitlich begrenzter Abverkauf über die eigenen bestehenden Kanäle. Der tatsächlich beste Weg hängt stark von der Beschaffenheit des Sortiments und der verfügbaren Zeit bis zur endgültigen Geschäftsaufgabe ab.
Was praktisch weiterhilft
- Direkten Kontakt zu Wettbewerbern aus derselben Kategorie suchen. Sie können den Bestand oft ohne zusätzlichen Vermarktungsaufwand integrieren.
- Vergleichsangebot eines Restpostenhändlers als Referenzwert einholen. Das schafft eine Verhandlungsgrundlage für andere Verwertungswege.
- Zeitrahmen bis zur endgültigen Geschäftsaufgabe realistisch einplanen. Ein etwas längerer Verkaufszeitraum eröffnet meist bessere Konditionen.
- Steuerliche Behandlung des Verkaufs mit dem Steuerberater vorab klären. Ein Komplettverkauf unterscheidet sich steuerlich vom regulären laufenden Geschäft.