DHL nimmt nicht alle Pakete mit: Was bei der Abholung hilft

Ein Händler berichtet nach einem Standortwechsel von einem hartnäckigen Problem: Der Fahrer nimmt pro Abholung nur etwa fünfundzwanzig Sendungen mit und lässt den Rest stehen. Auch die Anmeldung einer höheren Menge ändert nichts, ein zweiter Fahrer kommt nicht. Vom Vertrieb kommt die Auskunft, man solle die restlichen Pakete selbst zur Annahmestelle bringen.

Woran das technisch liegt

Die Ursache liegt meist in der Art der Abholung. Bei der Regelabholung durch das reguläre Zustellfahrzeug ist die Kapazität durch das Fahrzeug begrenzt, das parallel Zustellungen fährt. Eine gesonderte Abholung mit eigenem Fahrzeug wird erst ab einem bestimmten durchschnittlichen Sendungsaufkommen eingerichtet.

Der wunde Punkt: die Durchschnittsmenge

Aus dem Erfahrungsaustausch kommt ein Hinweis, der die Sache auf den Punkt bringt: Wenn liegen gebliebene Pakete nicht erfasst werden, steigt die dokumentierte Sendungsmenge nicht, und ohne dokumentierte Menge gibt es keine größere Abholung.

Wenn der Fahrer die Pakete nicht mitnimmt, steigt deine Menge nicht, und damit bekommst du auch weiterhin keine Abholung mit eigenem Fahrzeug.
Kommentar eines Händlers zu dem Problem

Das ist ein Kreislauf, der sich von selbst nicht auflöst. Er lässt sich nur durchbrechen, indem die tatsächliche Menge nachweisbar gemacht wird.

Ein weiterer Hinweis aus der Runde betrifft die Berechnungsgrundlage: Maßgeblich ist in der Regel nicht die Menge an einem einzelnen Tag, sondern der Durchschnitt über einen längeren Zeitraum. Wer an drei Tagen fünfzig und an zwei Tagen zehn Sendungen hat, kann den Schwellenwert im Mittel durchaus erreichen.

Was praktisch weiterhilft

  • Vollständig anmelden und dokumentieren. Melden Sie die tatsächliche Menge an, auch wenn sie nicht abgeholt wird, und halten Sie schriftlich fest, wie viele Sendungen liegen geblieben sind. Diese Aufstellung ist die Verhandlungsgrundlage.
  • Durchschnitt über mehrere Wochen belegen. Ein Auszug aus dem Versandsystem über acht bis zwölf Wochen ist aussagekräftiger als eine Momentaufnahme.
  • Einlieferung splitten. Übergangsweise einen Teil über eine Geschäftskundenannahme einliefern, statt Sendungen liegen zu lassen. Das hält die Lieferzusagen ein und dokumentiert gleichzeitig das Volumen.
  • Auf Vertriebsebene eskalieren. Die Zuständigkeit für eine gesonderte Abholung liegt beim Vertrieb, nicht beim Fahrer und nicht bei der Hotline.

Die Alternativen

Wenn sich über Monate nichts bewegt, bleiben zwei Wege. Der erste ist die Aufteilung auf mehrere Dienstleister. Das erhöht zwar den Verwaltungsaufwand, löst aber das Kapazitätsproblem sofort und verbessert nebenbei die Verhandlungsposition.

Der zweite ist die Auslagerung an einen Fulfillment-Dienstleister, der eigene Abholverträge in entsprechender Größenordnung hat. Diese Rechnung geht allerdings erst bei stabilem Volumen auf und bringt eigene Abhängigkeiten mit sich.

Für die Standortwahl folgt daraus ein Hinweis, der bei Umzügen selten bedacht wird: Die Abholsituation an einem neuen Standort sollte vor der Anmietung geklärt werden, nicht danach. Ein Standort in einem Gewerbegebiet mit vielen versendenden Betrieben ist logistisch in aller Regel besser angebunden als eine Einzellage.

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