Produkte auf Temu kopiert und trotzdem die eigene Buybox verloren: Ein doppeltes Ärgernis

Ein Händler berichtet von einer besonders frustrierenden Kombination aus zwei Problemen: Die eigenen Produkte werden auf Temu für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises als Kopie angeboten, während Amazon dem betroffenen Händler gleichzeitig aufgrund des dadurch entstandenen niedrigeren Referenzpreises die eigene Buybox entzieht.

Für den Händler entsteht damit ein doppelter wirtschaftlicher Schaden: Zum einen durch die unmittelbare Konkurrenz einer möglicherweise minderwertigen Kopie zu einem deutlich niedrigeren Preis, zum anderen durch den algorithmischen Effekt, dass Amazon diesen fremden, niedrigeren Preis offenbar als Referenzwert für die eigene Preisbewertung heranzieht.

Dieses Muster verdeutlicht, wie eng Fragen des Markenschutzes und der automatisierten Preisbewertung auf großen Marktplätzen inzwischen miteinander verknüpft sind. Ein erfolgreicher Produktdiebstahl auf einer völlig anderen Plattform kann über automatisierte Preisreferenzsysteme unmittelbare negative Auswirkungen auf das eigene Amazon-Listing haben.

Für betroffene Markeninhaber empfiehlt sich ein zweigleisiges Vorgehen: konsequente markenrechtliche Schritte gegen die Produktkopie auf der jeweiligen Plattform sowie parallel eine gezielte Eskalation bei Amazon mit dem Hinweis, dass der niedrigere Referenzpreis auf einer nachweislich unrechtmäßigen Produktkopie beruht, um die eigene Buybox möglichst zügig zurückzuerhalten.