Ein Händler mit eigener kleiner Manufaktur berichtet von akuten Problemen mit seinem indischen Zulieferer für einen bestimmten Metallbestandteil, wodurch die eigene Produktion aktuell ins Stocken gerät. Gesucht wird kurzfristig ein alternativer Hersteller oder Großhändler für das benötigte Bauteil.
Solche Situationen zeigen ein grundlegendes Risiko in der Beschaffungsstrategie vieler kleinerer Hersteller und Händler: Wer für ein zentrales Bauteil oder einen wichtigen Rohstoff ausschließlich auf einen einzelnen internationalen Lieferanten setzt, ist bei dessen Ausfall, sei es durch Qualitätsprobleme, Lieferverzögerungen oder Kapazitätsengpässe, unmittelbar in der eigenen Produktion eingeschränkt.
Was Diversifizierung kostet und was sie spart
Eine bewusste Diversifizierung der Lieferantenbasis, selbst wenn dies zunächst mit etwas höherem organisatorischem Aufwand oder leicht höheren Stückkosten verbunden ist, kann sich in solchen Krisensituationen als entscheidender Vorteil erweisen, da zumindest ein Teil der Produktion über einen alternativen Lieferanten weiterlaufen kann.
Für die eigene Beschaffungsplanung lohnt sich eine regelmäßige, proaktive Bewertung der wichtigsten Zulieferbeziehungen: Wo besteht eine kritische Abhängigkeit von einem einzelnen Lieferanten, und welche realistischen Alternativen ließen sich im Ernstfall kurzfristig aktivieren, statt eine solche Recherche erst während einer akuten Krise unter Zeitdruck durchführen zu müssen.
Der Austausch mit anderen Herstellern und Händlern in vergleichbaren Branchen kann bei der kurzfristigen Suche nach alternativen Zulieferern wertvolle Hinweise liefern und den eigenen Rechercheaufwand erheblich verkürzen. Wie sich parallel die Zahlungsbedingungen verbessern lassen, zeigt der Beitrag zu Zahlungsbedingungen mit asiatischen Herstellern.