Retoure mit vorgetäuschtem Inhalt: Eine Betrugsmasche im Versandhandel erkennen

Ein Händler berichtet von einer Retoure, bei der statt der ursprünglich verkauften Ware lediglich eine teilweise gefüllte Wasserflasche im Paket lag, offenbar um das ursprüngliche Gewicht des Artikels vorzutäuschen. Auffällig war zudem, dass weder der Karton noch das Retourenlabel vom Händler selbst stammten, obwohl ein eigenes Retourenlabel gestellt worden war.

Solche Fälle von vorgetäuschtem Retoureninhalt gehören zu den schwierigeren Betrugsformen im Onlinehandel, weil der ursprüngliche Kaufnachweis über die jeweilige Plattform in der Regel eindeutig ist und der Kunde in solchen Fällen typischerweise behauptet, die Originalware ordnungsgemäß zurückgesendet zu haben.

Für die eigene Absicherung empfiehlt sich, bei Retouren mit auffälligem Gewicht, unpassender Verpackung oder abweichendem Retourenlabel den Wareneingang möglichst zu dokumentieren, etwa durch ein kurzes Video beim Öffnen des Pakets, bevor der Inhalt aussortiert oder entsorgt wird.

Bei einem konkreten Verdachtsfall sollte der Vorgang zeitnah über die jeweilige Marktplatz-Meldefunktion angezeigt werden, verbunden mit den gesammelten Beweismitteln wie Fotos oder Videos des Wareneingangs sowie Gewichtsangaben, um eine faire Prüfung durch die Plattform zu ermöglichen.

Auch der Austausch mit anderen Händlern in einschlägigen Foren kann helfen, ähnliche Betrugsmuster frühzeitig zu erkennen, da solche Maschen häufig nicht auf einen Einzelfall beschränkt bleiben, sondern in leicht abgewandelter Form bei mehreren Händlern gleichzeitig auftreten.