Wer feststellt, dass der eigene Onlineshop mitsamt Design, Produktbildern und Texten kopiert wurde, steht zunächst unter Schock. Hilfreich ist in dieser Situation ein strukturiertes Vorgehen statt hektischer Einzelaktionen, da mehrere Meldewege parallel verfolgt werden sollten.
Sinnvoll ist zunächst die vollständige Beweissicherung: Screenshots der kopierten Seiten mit sichtbarem Datum, Sicherung der Domaininformationen über eine öffentliche Whois-Abfrage sowie Dokumentation der Stelle, an der die Kopie auffiel, etwa eine konkrete Werbeanzeige.
Anschließend empfiehlt sich die Meldung über mehrere Kanäle gleichzeitig. Dazu gehören die Meldeformulare der Suchmaschinen und Werbeplattformen für betrügerische Inhalte und Markenrechtsverletzungen, eine Meldung an den Hosting-Anbieter und den Domain-Registrar der betrügerischen Seite, sowie eine Anzeige bei der Polizei. Ergänzend können Verbraucherschutzorganisationen und einschlägige Warnportale informiert werden.
Parallel dazu sollten die eigenen Kunden über die offiziellen Kanäle informiert werden, etwa mit einem kurzen Hinweis auf der eigenen Startseite und in den Social-Media-Profilen, dass unter einer bestimmten Adresse eine betrügerische Kopie kursiert und ausschließlich die eigene, klar benannte Domain offiziell ist.
Realistisch bleibt: Vollständig verhindern lässt sich das Kopieren selten, da Betreiber solcher Seiten nach einer Abschaltung häufig kurzfristig unter neuer Domain weitermachen. Eine defensive Registrierung naheliegender Domainvarianten sowie eine regelmäßige Suche nach dem eigenen Marken- und Produktnamen helfen jedoch, neue Kopien früh zu entdecken.